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Der Klang der flüchtenden Stadt

Der Klang der flüchtenden Stadt

Der Klang der flüchtenden Stadt

Der Klang der flüchtenden Stadt

Aus Mali, wo Musik zeitweise verboten war, mussten sie über die Wüste fliehen – heute treffen im Lager M‘berra Musiker aus verschiedenen Kulturen der Sahelregion aufeinander und spielen einen Sound, den es so vorher nicht gab. Der Film folgt Ousmane, Mariam und Abdallah von den ersten Aufnahmen im selbstgebauten Studio bis zum Festival au Désert, wo dieser Klang das Camp zum ersten Mal verlässt.

In Produktion
2026

In Produktion
MFG | 2026

Ousmanes blauer Turban flattert im Wind. Tief ins Gesicht gezogen, lässt er nur seine braunen Augen frei. Sie wandern zwischen dem Flugzeug, seiner Band und den Instrumentenkoffern hin und her.

In der rechten Hand trägt er seine Gitarre, über der Schulter hängt sein Gepäck. Um ihn herum wird gewogen, diskutiert, umgepackt. Passt der Verstärker noch mit? Wo kommen die Kabel hin? Wer hat die Tickets?

Vor wenigen Wochen probte er mit seiner Band Assof Ndawona noch in den sandigen Straßen von M‘Berra. Dort haben sie ihr Album aufgenommen. Dort ist ihr Sound entstanden – dort ist der Klang der flüchtenden Stadt geboren. Noch vor wenigen Jahren hatte Ousmane kaum Zugang zu einem Instrument. Erste Versuche machte er mit einer App auf dem Handy, später bekam er eine einfache Gitarre geschenkt. Geprobt wurde zunächst in einer improvisierten Blechhütte, zwischen Staub und Hitze. Erst mit dem Aufbau eines kleinen Studios im Camp begann sich vieles zu verändern.


Die kleine Maschine wartet auf der staubigen Piste von Néma im Osten Mauretaniens. Einmal pro Woche startet von hier ein Flug nach Nouakchott, in die Hauptstadt, die Mauretanien mit der Welt verbindet. Für Ousmane ist bereits dieser Flug der Schritt in eine andere Wirklichkeit. Als Vierjähriger floh er mit seiner Familie vor dem Krieg in Mali nach M’Berra. Das Flüchtlingslager war als vorübergehender Zufluchtsort gedacht – doch aus Monaten wurden Jahre, aus Jahren ein ganzes Leben.


Seine Eltern erzählen ihm oft von ihrer Heimat: von der Weite der Wüste, der Freiheit und dem Leben, das sie zurücklassen mussten. In ihren Erinnerungen schwingt eine tiefe Sehnsucht mit. Aus diesen Geschichten hat sich für Ousmane ein Bild von Mali geformt, das kaum weiter entfernt sein könnte von der Welt, in der er aufgewachsen ist.

Heute leben rund 120.000 Menschen in M’Berra. Für Ousmane war es lange die einzige Welt, die er kannte.

Jetzt steht er auf einer Landebahn am Rande der Sahara. Eine Gitarre in der Hand, ein Ticket nach Europa in der Tasche. In wenigen Minuten wird das Flugzeug abheben. Und mit ihm eine Geschichte, die Jahre zuvor in einem Geflüchtetenlager begonnen hat.

Unendlich viel Sand, Sonne und zurückgelassene Hoffnungen.

Unendlich viel Sand, Sonne und zurückgelassene Hoffnungen.

Unendlich viel Sand, Sonne und zurückgelassene Hoffnungen.

Der Film verfolgt drei verwobene Erzählstränge in und um dieses Camp im Osten Mauretaniens. Manches hat bereits stattgefunden, das meiste entsteht gerade und wird als konkrete Hoffnung weitererzählt – entwickelt aus ausführlichen Gesprächen mit den Protagonist:innen und in eine filmische Struktur übersetzt.

Ousmane, ein junger Gitarrist, floh als Kind vor dem Krieg in Mali und wuchs im Camp auf. Seine ersten musikalischen Schritte macht er nicht mit einem Instrument, sondern mit einer Handy-App – mit der auch die ersten Videos seiner Band entstanden. Später bekam er eine einfache Gitarre. Wir begleiten die Band von den staubigen Proben über die Aufnahme ihres Albums bis auf die ersten Bühnen außerhalb von M‘berra – und im besten Fall bis nach Europa und zum Festival au Désert.

Mariam ist 17 und lebt zwischen körperlicher Arbeit, familiären Routinen und künstlerischem Wunsch. Sie spielt die Imzad, eine traditionell von Frauen gespielte Stachelgeige der Tuareg, träumt aber davon, E-Gitarre zu spielen, zu singen und eine Band zu gründen. Denn die Musikszene im Camp ist stark von Männern geprägt – und mit ihnen die Vorstellung davon, wer auftritt und wer sich öffentlich zeigen darf.

Abdallah baut das Festival au Désert in der Wüste Mauretaniens neu auf – zwischen Hitze, fehlenden Generatoren und einer noch nicht existierenden Bühne. Das Festival war einst in Mali internationaler Treffpunkt der Saharamusik, bevor Konflikte es ins Exil zwangen. Es soll auch der Abschluss des Films sein, an dem im besten Fall alle Handlungsstränge zusammenfinden.

Diese drei Ebenen – Camp, künstlerische Entwicklung und Festival – verschränken sich zu einer gemeinsamen Bewegung und einem Sound: Der Klang der flüchtenden Stadt.

Der Film folgt einer klassischen, character-driven Dramaturgie entlang der Hoffnungen, Entscheidungen und Brüche der Protagonist:innen, erweitert um inszenierte, musikalisch getragene „Inseln“, die gemeinsam mit den Musiker:innen entstehen. So verbindet er klassische dokumentarische Erzählung mit einer offenen, kollaborativen Form – und fängt eine einzigartige Musikszene mitten in der Wüste ein.

Recherchereise

Recherchereise

Die Recherchereise fand im April 2026 statt. Von Europa führte der Weg über Nouakchott per Inlandsflug nach Néma und weiter nach Bassikounou, unserer Basis für rund eine Woche. Von dort fuhren wir täglich ins etwa 30 Kilometer entfernte Flüchtlingscamp M'bera, dessen Zugang streng geregelt ist – nur in Abstimmung mit UNHCR und lokalen Behörden und aufgrund der Sicherheitslage nahe der malischen Grenze nur bis 18 Uhr.

Ein wichtiger Teil war der Austausch mit offiziellen Stellen, um Zugang zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und die Wege für künftige Drehs zu klären. Auch wenn wir diesmal nur recherchiert haben, sind diese Kontakte nun etabliert.

Vor Ort arbeiteten wir intensiv mit den Menschen: eine große Versammlung mit Musiker:innen aus traditionellen wie modernen Kontexten, mehrere Jam Sessions in den offenen Wüstenräumen sowie zahlreiche Gespräche mit Jugendlichen, Künstler:innen und Community-Mitgliedern. Die Reise war geprägt von direkter Beobachtung und dem Versuch, den Ort in seinen konkreten Situationen zu verstehen.

A close-up portrait of a man with short hair, looking thoughtfully to the side against a plain background.
A person in a dark shirt sits at a desk, hands on the table, with bookshelves and a plant in the background.
A bright yellow paint can with a silver rim, floating against a matching yellow background.
A bright yellow paint can with a silver rim, floating against a matching yellow background.

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für spannende Projekte, Filmideen oder für guten Kaffee.

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